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Hamburg an Ostern

Frühjahr 2006

 
  

    Sommerurlaub 2006

Am 17.08.06 um 11.00 Uhr starten wir in Stutensee, nachdem wir vorher noch die Post bearbeitet hatten. Auf geht's zu unserer 4-Länder-Reise !

Passenderweise regnet es in Deutschland bei 19° Grad C.

Zunächst fahren wir nur bis Bad Bellingen und legen eine Rast ein und tanken noch einmal voll. Auf dieser Raststätte kann man zum Hochwasserdamm des Rheines laufen und auf diesem Damm ein ganzes Stück gehen. Die Kids nutzen die Gelegenheit zum Rennen und Toben. An der dortigen Ausflugsgaststätte gibt es für jeden noch ein Eis. Anschließend geht es weiter. Gegen 19.00 ist auf einer Schweizer Raststätte ein Tank- und Abendessenstopp angesagt. Die Kids gehen nach dem Essen in ihre Betten und wir nehmen die nächsten 500 km in Angriff.

Die  Verkehrsverhältnisse sind fast optimal. Es erweist sich als Vorteil, dass die Ferien in Baden-Württemberg dieses Jahr so spät und wir die letzten 4 Wochen unterwegs sind. Oder es liegt doch am Wochentag. Selbst am Gotthardtunnel müssen wir nur 3 Minuten warten.

In der Gegenrichtung hat sich vor dem Tunnel ein Stau von ca. 8 km Länge gebildet. Um 0.30 Uhr erreichen wir Ancona und übernachten auf dem Krankenhausparkplatz (1,50 € Parkgebühr). An Maut haben wir insgesamt ca. 32,- € in Italien bezahlt, in der Schweiz die Schwerverkehrsabgabe für 32,50 sFr.

Freitag, 18.08.2006

Beim Frühstück stellen wir fest, dass unsere Fähre nicht wie gedacht um 12.00 Uhr, sondern erst um 17.00 Uhr ablegt. Wir hatten uns auf unsere Eintragung im Fristenkalender verlassen, da wir aber im März gezwungen waren, die Fähre wegen Stornierung durch Anek-Lines umzubuchen, ergibt sich nun eine andere Abfahrtszeit.- Na wenigstens stimmt der Tag!

Nach dem Frühstück nehmen wir die restlichen 19 km bis zur Fähre unter die Räder, wo wir um 9.30 Uhr als erste eintreffen.

Heike geht zum Check-in, ich nutze die Gelegenheit an den Sanitäranlagen im Hafen das Klo zu entleeren und Frischwasser aufzufüllen. Beides wäre noch nicht unbedingt nötig gewesen, aber wenn die Möglichkeit besteht und gerade Zeit ist...

Die Kids spielen Fangen im Hafen und jagen die Tauben.

Nach langer Wartezeit geht es endlich auf die Fähre. Wir waren morgens die ersten und werden dafür bestraft, in dem wir fast als letzte an Bord dürfen. Der Erfolg davon ist, dass wir keinen "Fensterplatz" erhalten, sondern in 3. bzw. 4. Reihe stehen. Hier kommt kaum Fahrtwind hin, so dass es relativ warm wird. Diese Meinung teilen aber nicht alle Mitreisenden. Heike ist froh, als sie sich abends in ihr warmes (!) Bett kuscheln kann, nachdem es ihr draußen deutlich zu kalt war.

Wir lassen uns die Laune nicht vermiesen, sondern starten zur Erkundung des Bootes. Die Kids entdecken gleich den Miniswimmingpool, den sie sofort erstürmen, nachdem er geöffnet hat. Vorher haben sie schon den children-playingroom unsicher gemacht. Nach 45 min sind sie vom eiskalten Meerwasser und vom Fahrtwind genügend durchgekühlt und hungrig geht's zurück zum Womo. Nach dem Abendessen geht's ins Bett, das Schiff hat schon griechische Zeit, daher ist es dann schon 21.00.

Heike liest und ich tippe diesen Bericht. Um 22.00 Uhr bauen wir unser Bett und lassen uns sanft in den Schlaf schaukeln vom leichten Seegang.

Morgens um 7.00 Uhr sausen wir zur Dusche an Bord, nach der sehr warmen Nacht kommt uns diese Erfrischung gerade recht.

Samstag, 19.08.

Nach dem Frühstück, pünktlich um 9.00 Uhr legt unsere Fähre in Igoumenitsa an.

 

 

 

 

 

Auf zunächst sehr gut ausgebauter Straße geht es in Richtung Ioaninna, leider hält dieser Straßenzustand nur für ca. 25 km an, danach kommen ca. 140 km enger und kurviger Straße. Dafür brauchen wir ca. 4,5 h, aber schneller geht es nicht. Auch die Feuerwehr kann nicht schneller, zum Glück ist nichts Dramatisches passiert. Endlich finden wir ein schattiges Plätzchen, wo wir ausgiebig rasten und am Brunnen unseren Wassertank füllen. Praktischerweise werden auf der anderen Straßenseite Melonen, Weintrauben und anderes Obst verkauft. Logisch, dass wir hier zuschlagen und ganz schnell ist ein Kilogramm Weintrauben und eine halbe Wassermelone verspeist.

Danach geht es Richtung Meteora-Klöster, unserem heutigen Tagesziel. Für die Klöster sind wir schon zu spät dran, um 16.00 Uhr schließen die ersten. Aber allein schon die Landschaft ist natürlich sehr beeindruckend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie befürchtet, ist es mit dem freien Stehen sehr schwierig. Das bergige Gelände bietet wenig ebene Flächen und auf den Klösterparkplätzen stehen derart viele Campingverbotschilder, dass wir ganz gegen unsere sonstige Gewohnheit einen Campingplatz ansteuern. Um 17.15 sind wir 24,- € ärmer, dürfen aber 9x4 m für uns beanspruchen. Die Kids haben gleich den Swimmingpool entdeckt und werden erst zum Abendessen wieder gesichtet. Lustig fanden die Kinder auch das Schild "Don't pee".

Heike bringt gegen 21.00 Uhr die Jungs ins Bett, ich sitze bei einem kühlen Bier draußen und überspiele die Bilder von der Digitalkamera auf den Laptop.

Sonntag, 20.08

Am nächsten Morgen schlafen alle lang, ganz ungewöhnlich für uns, werden die Kids erst um 8.30 Uhr wach. Wir sind gerade fertig mit dem Frühstück, als der Nachbar, ein Holländer feststellt, dass sein Womo nicht mehr anspringt. So suchen wir schließlich zu dritt den Fehler, der Holländer, ein zur Hilfe geeilter Österreicher und ich. Der Österreicher hat ein Vielfachmessgerät und stellt fest, dass die Batterien des Holländers nur noch 9 Volt haben. Wir rangieren aufwändig und geben Starthilfe.

 

 

 

 

 

 

 

 

So ist es schon nach 10.00 Uhr als wir das erste Kloster, San Stefanos mit der Kirche der hl. Dreieinigkeit erreichen. Der Eintrittspreis ist mit insgesamt 2 € moderat. Den Kids gefällt der Wasserhahn im Garten des Klosters am besten, es ist sehr heiß und alle freuen sich über eine Erfrischung. Vor allem Birgit leidet unter der Hitze.

Das Kloster liegt auf einem steilen Berg, Besucher wurden in früheren Zeiten mit dieser Seilbahn zum Kloster gezogen,heute steht abseits eine modernere Version mit Elektromotor. Wir beschließen, dass uns ein Klosterbesuch bei dieser Hitze ausreicht und wir ans Meer  wollen.
Unterwegs kaufen wir noch ein Brot, von der Verkäuferin erfahren wir, dass es selbst für griechische Verhältnisse sehr heiß ist.

 

IN der Mittagszeit können wir dem Fluss Pinios nicht widerstehen und legen eine ausgiebige Mittagsrast mit anschließendem Erfrischungsbad im Fluss ein.

Nachmittags erreichen wir den Strand von Korinos. Die Kids stürmen zum Meer, wir richten uns aufs freie Stehen ein. Die Schilder mit dem durchgestrichenen Zelt legen wir Womo-freundlich dahingehend aus, dass nur das Zelten verboten ist...Hoffentlich bleiben wir heute Nacht - abgesehen von den Mücken -  ungestört. Um 21.00 Uhr griechischer Zeit sehen wir die deutschen Nachrichten und erfahren über das dt. Wetter, dass es wechselhaft und bis max. 22 Grad warm wird. Wir schwitzen bei geschätzten 35 - 40 ° C und richten uns auf die Nacht ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 21.08

Nach ungestörter Nacht starten wir am nächsten Morgen in Richtung Türkei. Zunächst endet die Fahrt aber in Korinos, wo wir Wasser tanken und das Klo entsorgen. Heike kauft noch Milch für die Kids und dann geht es weiter. Dann gibt es noch einen Halt bei Lidl und dann starten wir Richtung Türkei.

Unterwegs machen wir Rast in Paradeiso, einer von Griechenlands größten Quellen, auch wir genießen das frische und vergleichsweise kühle Wasser. Am späten Nachmittag erreichen wir die türkische Grenze, insgesamt 6 (!) Kontrollen sind zu durchlaufen, bei der letzten wird unser Womo in Heikes Pass eingetragen, dann endlich dürfen wir türkische Straßen befahren. Nach wenigen Kilometern sehen wir einen relativ schweren Unfall, was uns eine gute Einstimmung auf den türkischen Fahrstil gibt. Halsbrecherisch ist noch untertrieben. Ich werde beschimpft, weil ich bei Rot an der Ampel halte, statt noch drüber zu fahren.

- Man sollte also auf "grün" wohl besser nicht vertrauen, sonst könnte es problematisch werden. Abends erreichen wir auf der Gallipollihalbinsel (Geliboli) unseren Stellplatz kurz vor Eacaba, wo wir direkt am Meer parken. Die Kids gehen schwimmen, wir bereiten das Abendessen vor. Die Jungs schwimmen mit ihren Schwimmärmeln soweit aufs Meer, dass uns fast der Atem stockt. Zum Glück sind die beiden Mädels dabei.

Abends geht eine frische Brise, die wir bei der großen Hitze sehr genießen. Das Wasser aus dem Womotank ist so warm, als sei es vom Boiler erwärmt. Unser Absorberkühlschrank ist gar nicht in der Lage, so schnell soviel Wasser zu kühlen, wie wir trinken. Am Tag werden zwischen 12 und 18 Litern Wasser getrunken. Mal sehen, wie lange unser Vorrat an Kohlensäurepatronen bei diesem Verbrauch ausreicht.

Dienstag, 22.08

Trotz des Seewindes haben in der Nacht viele Stechmücken zu uns ins Womo gefunden, die ganze Familie ist verstochen. Morgens weckt uns der Muezzin (bzw. der Lautsprecher). Wir brechen auf und erreichen Eceabat gegen  9.30 Uhr. Am Geldautomaten brauchen wir mehrere Versuche bis er endlich eine unserer Plastikkarten akzeptiert und wir uns mit türk. Lira eindecken können. Wir erreichen gerade noch die Fähre um 10.00 Uhr. Den Fährpreis mit 45 TL finden wir allerdings recht hoch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 30 min. Überfahrt erreichen wir den asiatischen Teil der Türkei (Çannakale). Da Heike schweren Herzens auf den Besuch von Troja verzichtet (außer ihr hätten wir wohl wenig davon gehabt, da man sich auf diesen Besuch schon sehr gut vorbereiten sollte), brausen wir bis Sarimsakli, wo wir im Meer baden und zu Mittag essen wollen. Die Kids sind noch dabei ihre Badesachen anzuziehen, als ein junger Mann mir zu verstehen gibt, dass das Parken hier kostenpflichtig sei und 20 TL koste. Das erscheint mir so überteuert, dass ich gar keine Lust zum Handeln verspüre und dem etwas verdutzt blickenden Herrn eröffne, dass wir dann wieder abfahren. Auch beim Şeytan Sofrasi (Teufelstisch) ist es uns zu touristisch.

Wir versuchen unser Glück auf der anderen Seite der Landzunge und finden bei Badavut (Ayvalik) einen schönen Sandstrand, der von zahlreichen Einheimischen genutzt wird. Die Tücke liegt hier allerdings im Detail, 2 Türken haben sich bei unserem Eintreffen bereits im Sand festgefahren. Unsere Jungs sehen interessiert zu, wie sie kurz nach unserer Ankunft vom Traktor wieder rausgezogen werden.

Wir baden und beschließen, die Nacht hier zu verbringen. Zwischendurch müssen wir doch alle mal aus der Sonne, um jeden Sonnenbrand zu vermeiden. Wir hoffen, dass wir uns nicht ebenfalls festgefahren haben, das werden wir morgen früh merken.

Mittwoch, 23.08.

Bis um 3.45 Uhr verbrachten wir eine ruhige Nacht, dann trudelten Jugendliche mit einem Golf ein, die allesamt schwer hörgeschädigt waren. Jedenfalls ist das nach der Lautstärke ihres voll aufgedrehten Autoradios und ihrer Versuche, dieses zu überschreien, zu vermuten. Nach einer Stunde trollten sie sich wieder. Wenig später rief der Muezzin zum Morgengebet. Wir starten nach dem Frühstück gegen 9.00 Uhr in Richtung Izmir und wollen bis zum Strand in der Nähe von Efes, wo wir morgen ganz früh die Ausgrabungen (Ephessos/Ephesus) besichtigen wollen. Unterwegs kaufen wir noch Brot und füllen 50 Liter Wasser nach. Am Strand von Pamuçak treffen wir eine deutsche Familie mit Womo, die uns auf Nachfrage berichten, dass sie die letzte Nacht hier verbrachten und dies kein Problem sei. Außerdem erzählten sie, dass sie vor ein paar Tagen in Antalya waren und es dort mittags 54 Grad C gewesen seien. Da ist es doch kein Wunder, dass wir - trotz Heike - auch noch Bergama (Pergamon) ausgelassen haben. Auf Ephesus darf daher auf keinen Fall verzichtet werden.

Die Kids verbringen den Nachmittag im Meer und beim Spielen. Gegen Abend kommt ein richtiger Wellengang auf, was den Kindern besonders viel Freude bereitet. 

 

 

 

 

 

 

 

Abends versuche ich mit unserer automatischen Satellitenantenne Fernsehen zu empfangen. Die Anlage sucht fast 10 min und kann uns am Ende nur Sender auf Hotbird liefern. Für den Empfang der Astra-Sender sind wir offensichtlich schon zu weit aus dem Footprint. Mit dieser Einschränkung können wir aber leben, auf Hotbird finden sich ARD, ZDF, RTL und noch einige weitere deutschsprachige Sender. So erfahren wir aus den Nachrichten, dass von den 2 libanesischen Terroristen, die versucht haben 2 Züge zu sprengen, ein Täter nach Istanbul geflohen ist. In Deutschland ist wechselhaftes Wetter bei 16-22 Grad C.

Nach den Nachrichten schalten wir ab und bereiten uns auf die Nacht vor. Für die Schlummermusik sorgt auch an diesem Strand die schwerhörige Jugend der Türkei, aus deren Autoradio volkstümliche Weisen zu uns herüber dröhnen.

 

Donnerstag, 24.08.

Heute morgen sind wir früh nach Ephesus aufgebrochen. Gleich auf dem Parkplatz beim unteren Eingang wurden wir von zahlreichen "Schleppern" angesprochen, die uns alles Mögliche anboten. So sollten wir mit dem Minibus zum oberen Parkplatz gefahren werden, da angeblich das Hochlaufen zu anstrengend sei, da wir dann ja auch wieder zurücklaufen müssten. Den "kleinen" Kindern sei das nicht zuzumuten. Dieser Shuttletransfer sei auch völlig kostenlos... Wir blieben misstrauisch und fragten genauer nach. Wir müssten uns als Gegenleistung nur dazu verpflichten, mit zur Fabrik zu fahren und einer kurzen Verkaufsveranstaltung beizuwohnen. Dem konnten wir aber leicht widerstehen, die Vorstellung nach einer anstrengenden Besichtigung noch stundenlang Teppiche o.ä. aufgeschwatzt zu erhalten, war für uns zu abschreckend. Zum Glück waren wir direkt nach Öffnung der Ausstellung da, so dass wir zunächst recht ruhig den ersten Teil besichtigen konnten. Die Ausgrabung fanden wir recht interessant, am Beeindruckendsten waren für uns das große Amphitheater, die Bibliothek und die Hanghäuser. Letztere kosteten allerdings weitere 10 TL Extraeintritt pro Person. Aber die sind auf jeden Fall gut angelegt. Schon allein die Mosaike sind hervorragend. Wir nahmen uns wirklich auch die Zeit jede Tafel genau durchzulesen und alles intensiv zu besichtigen. In den Hanghäusern war es auch schattiger als draußen, im großen Theater wollte dann keiner mehr die Ränge ersteigen.

Die berühmte Celsus Bibliothek

Links seht Ihr eine der schönen Mosaiken aus einem der Hanghäuser.

Überhaupt kein Problem war hingegen das Hoch-und wieder Herunterlaufen

im Ausgrabungsgelände. Da haben wir schon anstrengendere Besichtigungen gemacht. Nach ca. 4 - 5 Stunden flohen wir dann vor den Reisebusgruppen von Japanern, Italienern und Holländern zurück zum Womo. In Selçuk kauften wir noch Brot und Obst und füllten unseren Diesel- und Wassertank an der Tankstelle. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder am Strand von Pamuçak. Unsere Kinder finden dort besonders toll die Wellen, die sich jeweils kurz vor Sonnenuntergang auftürmen. Nach Einbruch der Dunkelheit mussten wir schnell ins Womo flüchten, um von den den Stechmücken nicht "aufgefressen" zu werden.

 

Freitag, 25.08.

Morgens teilt uns Birgit, wie jeden Morgen, den neuesten Stand in Sachen Stiche mit. Sie hat jetzt 114 Mückenstiche (das dürfte nur wenig übertrieben sein, wenn überhaupt). Dann verabschieden wir uns von der netten deutschen Familie und starten zu einem weiteren touristischen Highlight, Pamukkale.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort treffen wir in der Mittagszeit ein, stärken uns aber zuerst mit Brot und Obst, ehe wir zur Besichtigung starten. Überrascht sind wir davon, dass sich die Touristenhorden noch in Grenzen halten. Wie wir später bemerken, liegt das wohl auch an der Tatsache, dass Mittagszeit ist, denn ab 15.00 Uhr verstärkt sich der Andrang etwas. Allerdings ist es auch dann bei weitem weniger voll, als wir befürchtet hatten. Wir sind begeistert von den weißen Kalkablagerungen und den Becken, in denen das Baden erlaubt ist. In Deutschland hatten wir gehört, dass vieles abgesperrt und nicht zugänglich sei, lediglich ein kleines Becken sei gegen Entgelt zugänglich. Wir sind jedoch mit dem zugänglichen Teil völlig zufrieden, Über eine Distanz von ca. 400 - 500 m sind die Becken zugänglich und das Baden darin erlaubt - ohne gesonderte Gebühr.

Da wir beim Eingang von Hierapolis parken, besichtigen wir, soweit die Hitze das zulässt, noch einen Teil von Hierapolis. Nach ca. 3-stündiger Besichtigung (allein der Sinterterrassen) wird uns die Sonne zuviel und wir gehen zurück zum Womo. Dann mache ich einen Fehler, ich achte nicht so recht auf die Zeit und beschließe, noch zum nächsten See Acigöl oder weiter zum Burdur-Gölü, in der Nähe von Burdur, weiterzufahren. Die Alternative wäre das Übernachten auf dem Parkplatz oder das Ansteuern eines der Campingplätze in Pamukkale gewesen. Mich reizte die Vorstellung eines Bades im See. Leider war der See jedoch eine Enttäuschung, der Wasserspiegel wohl stark abgefallen und ein Anfahren mit dem Womo mangels geeigneter Wege nicht möglich. So stehen wir dann gegen 19.00 Uhr ca. 2,5 km von der Hauptstraße entfernt auf einer kleinen Schotterpiste neben einem Bewässerungsgraben mitten in den Feldern. Von den vorbeiziehenden Schaf- und Ziegenhirten werden wir freundlich begrüßt. Während wir noch zu Abend essen bricht die Dunkelheit über uns herein, die ca. um 19.30 Uhr schlagartig kommt und mit ihr hunderte von Stechmücken. Das ist in diesem Urlaub ja wahrlich nichts Neues.....

 

Samstag, 26.08

Die Fahrt geht weiter. Vor allem zwischen Ispatar und Eğidir zeigt sich uns eine wunderschöne Landschaft mit vielen Obstplantagen, aber dann wird das ganze zu einer "Steppenlandschaft", öd und karg.

Wir unterbrechen unsere heutige Reise bei der berühmten Esfranoglu-Camii (Waldmoschee) in Beyşehir.

 

Sie ist dafür bekannt, dass ihre Decke von sehr großen und starken behauenen Baumstämmen (Zedern) getragen wird. Kaum zu glauben, dass diese Stämme aus dem früheren Wald um die Moschee herum geschlagen wurden. Jetzt ist nur noch eine Steppenlandschaft übrig, von den Bäumen weit und breit keine Spur mehr zu sehen.

Vor der Moschee werden wir von einem Pulk von Frauen überfallen, die uns alles mögliche verkaufen möchten, selbstgestrickte Socken, Handschuhe u.ä, Kopftücher etc. Wir werden die Damen nur mit größter Mühe los und sie scheinen beleidigt, daß wir nichts kaufen möchten.

Weiter geht die Fahrt durch eine wahre Steppen-, fast schon Wüstenlandschaft. Weit und breit ist nur abgeweidetes, braunes Gras und Steine und Felsen zu sehen, kein Baum und kein Strauch. Beim Tanken werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wir von dt.- türkischen Gastarbeitern, die auf der Fahrt in ihre alte Heimat sind gefragt, wie uns die Landschaft gefällt, und was wir in diesem Teil der Türkei machen.

Wir fallen mit unserem Womo hier total auf, wenn man eine dt. Nummer sieht ist sie meistens an einem VW-Sharan montiert und im Auto sitzen dt. Gastarbeiter.

In manchen Dörfern werden wir bestaunt wie ein Weltwunder.

Wir erreichen gegen 17.00 Uhr die Karawanserei Sultanhani und steuern den dortigen Campingplatz an. In dieser Wüstenlandschaft neben der Straße frei zu stehen, ist für uns keine besonders begehrliche Aussicht. Die Übernachtungsgebühr von 10 TL erscheint uns angemessen und der Empfang durch den Besitzer ist überaus freundlich. Aus dem uns vorgelegten Gästebuch entnehmen wir, dass er ein guter Koch ist und wir beschließen spontan das auszuprobieren, als er ein entsprechendes Angebot macht.

Die Karawanserei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt gekochte Auberginen mit Kartoffeln und Paprika. außerdem eine Platte mit gebratenen Fleischstücken und Salat. Die Nachspeise, das berühmte Baklava (Blätterteig, in Honig gebacken), vermag uns alle jedoch nicht zu begeistern. Zu süß und fettig ist es. Als Getränk ordern wir eine Flasche Wasser und ein Bier. Insgesamt zahlen wir 41 TL zzgl. Trinkgeld.

Auch Mustafa Öztürk, der Besitzer, bestätigt uns, dass die Anzahl der Individualtouristen stark abgenommen hat. Gerade die deutschen Urlauber würden dieses Jahr ausbleiben. Außer uns ist auf dem Campingplatz nur noch ein Schweizer Motorradfahrer.

Die Kinder sind von der freilaufenden kleinen Katze restlos begeistert, vor allem als diese auch noch versucht ins Womo einzusteigen. Wir werden wohl morgen aufpassen müssen, dass wir keinen blinden Passagier haben!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine TL entspricht etwa 0,65 € Wir sind froh, hier abgestiegen zu sein. So sollten wir morgen die restlichen 280 km bis nach Kappadokien schaffen. Zuvor wollen wir aber morgen früh noch die Karawanserei besichtigen.

 

Sonntag, 27.08.

Nach Besichtigung der Karawanserei fahren wir weiter nach Kappadokien. Ich finde die Karawnserei von außen fast schöner als von innen. Am Beeindruckensten ist noch das Gewölbe des riesigen Gebäudes, in das sich die Karawanen in der kalten Jahreszeit flüchten konnten. Die Karawanserei ist sehr groß und es ist eine unglaubliche Vorstellung, wie sich die Menschen früher nach vielen Stunden Wanderns gefühlt haben mussten, als sie endlich dort ankamen und zwar sowohl in den heißen Sommer- als auch in den sehr kalten Wintermonaten (es gab sogar ein Winterquartier - eine überdachte Säulenkolonnade).

 

In der Mittagszeit erreichen wir - nach Durchfahrt von Nevşehir, die unterirdische Stadt Derinkuyu. In den weichen Tuffstein haben sich die früheren Bewohner eine ganze unterirdische "Stadt" gegraben.

In mehreren Etagen übereinander befinden sich eine Vielzahl von Gängen und Kammern, eine besonders große diente als Kirche. Kleinere als Vorratsräume, Küche oder Schlafräume. Mächtig ist der große Belüftungsschacht, der von der Oberfläche ca. 30 m tief in den Felsen reicht.

Wenn Feinde sich dem oberirdischen Teil der Stadt näherten, flüchteten deren Bewohner in den unterirdischen Teil und versteckten sich so vor den Feinden.

Die Verbindungsgänge sind z.T. so schmal und niedrig, dass sogar unsere 4jährigen Jungs auf ihre Köpfe aufpassen müssen. An einigen Stellen muss ich mit meinen 1,9 m Körperlänge fast auf allen vieren kriechen.

Danach fahren wir über einige Dutzend Kilometer in einer einzigen Staubfahne auf Schotterpisten weiter nach Göreme. In Uchisar besichtigen wir einige Wohntürme. Von der Erosion wurde hier ein einzigartiges Naturschauspiel geschaffen, spitze kegelförmige Felsen ragen steil aus der Landschaft auf, manche von ihnen tragen noch eine Art Haube aus einem querliegenden Felsenstück. Die Menschen haben diese, ebenfalls aus weichem Tuffstein bestehenden Felsen innen ausgehöhlt und mit Türen und Fenstern versehen, um sie zu bewohnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angenehm überrascht werden wir bisher vom "Touristenandrang", unser Reiseführer schreibt von meterlangen Schlangen an den Kassenhäusern, wir können gleich unsere Eintrittskarten kaufen. Außer einem Bus voller Japaner, die wir auch danach noch ständig treffen, hält sich der Andrang also in sehr engen Grenzen. Hoffentlich bleibt es so.

 

Hier seht Ihr das Innere einer solchen Wohnturmwohnung

Abends nehmen wir Quartier im "PanoramaCamping Göreme", welcher neben einem Minischwimmbad einen wunderschönen Blick auf die Tuffkegel bietet, aber ansonsten eher bescheidene Ausstattung bei stolzem Preis bietet. Wir bezahlen nach Verhandeln teure 60 TL für 2 Nächte.

Wir wischen wir notdürftig den auf den Staubpisten eingedrungenen Staub auf, es gibt keine Ritze, in der nicht Staub wäre. Sogar auf der Laptoptastatur, obwohl dieser in seiner Tasche im Schrank verstaut war. Aus den dt. Nachrichten erfahren wir, dass es in Deutschland z.Zt. wechselhaftes Wetter mit Regen und Höchsttemperaturen von 19 ° C hat. Wir haben heute auf einem Thermometer unterwegs 36  C abgelesen, wobei wir es heute angenehm kühl fanden. Regen haben wir, seit wir D verlassen haben, überhaupt nicht mehr gesehen,  welch wohltuender Unterschied!

Montag, 28.08

Heute besichtigen wir das Göreme Open-Air-Museum. Gläubige Christen haben ab dem 5. Jahrhundert zahlreiche Kirchen in den Tuffstein geschlagen, die z.T. prächtig ausgemalt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben zahlreichen Kirchen finden sich auch Wohnstätten und ein Nonnenkloster. Vom englischsprachigen Führer einer anderen Tour erfahren wir, dass das  Gelände bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts weder bewohnt noch anders geschützt war. Zahlreiche Kinder hätten das Gelände als Abenteuerspielplatz genutzt, was zu zahlreichen Schäden führte. Tatsächlich sind praktisch sämtliche Malereien und Fresken bis in ca. 2 m Höhe vom Boden ab, zerkratzt und beschädigt. Ob das aber alles den Kindern angelastet werden kann? Wohl kaum, den gerade die Augen sind besonders beschädigt und die während des Bilderstreits entstandenen reinen Symbole sind weniger beschädigt. Hier waren sicherlich auch gläubige Muslime am Werk.

Nach ca. 2,5-stündiger Besichtigung sausen wir weiter zum Paşa-Begçi-Tal und erfreuen uns an den ungewöhnlichen Felsformen. Ein Teil wird auch als "Liebestal" bezeichnet...warum nur??

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Parkplatz werden wir von einem deutschsprechenden Türken angesprochen, wir hätten so ein schönes Wohnmobil und woher wir aus D seien. Es entwickelt sich ein nettes Gespräch, in dem der Türke seiner Verwunderung Ausdruck gibt, dass dieses Jahr so wenige dt. Touristen in diesem Teil der Türkei seien. Das ist auch unser Eindruck, seit fast einer Woche haben wir kein Womo mehr gesehen. Wahrscheinlich ist der Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah ebenso dafür verantwortlich wie die Angst vor der Vogelgrippe und die gestiegenen Fährpreise.

Dienstag, 29.08.

Nach dem Frühstück wollen wir aufbrechen zum Open-Air-Museum in Zelve. Es handelt sich um 3 Täler, in denen neben einigen Kirchen auch eine Getreidemühle, viele Wohnhöhlen und ein berüchtigter Tunnel zu besichtigen sind. Zunächst füllen wir am Campingplatz noch unseren Wassertank. In dieser Zeit leistet uns der Campingplatzbesitzer Gesellschaft und wir erfahren, dass dieses Jahr für ihn eine ziemliche Katastrophe darstellt. Sonst habe er um diese Jahreszeit ca. 3000 Übernachtungen, in diesem Jahr bisher lediglich 150. Auch wenn wir den "Orientalenrabatt" bei seinen Angaben abziehen, scheint es aber doch so zu sein, dass dieses Jahr die Türkei unter einem Touristenschwund zu leiden hat. Wir werden jedenfalls aufs Herzlichste verabschiedet und erhalten ein bemalte Tonvase als Geschenk. Als wir abfahren, ist der Campingplatz völlig leer, wir waren die letzten Gäste.

Bei den 3 Tälern können wir mit unserem Womo direkt am Haupteingang parken, da kaum Reisebusse oder Autos den Parkplatz beanspruchen.

Wir durchstöbern das recht weitläufige Areal, da die Wege nicht immer eindeutig ausgeschildert sind, landen wir auch im wegen Einsturzgefahr gesperrten Teil, was wir erst später bemerken. Die Kinder begeistert das Herumkraxeln im unwegsamen Gelände und dem Entdecken immer neuer Wohnhöhlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir wieder auf dem offiziellen Weg angekommen sind, gehen wir zum berühmten Tunnel, der das 1. mit dem 2. Tal verbindet. Dabei handelt es sich tatsächlich um einen Tunnel durch einen Berg. Auf der Seite des 2. Tales erreicht man den Eingang über eine steile Eisentreppe, in ca. 3 m Höhe geht es dann in den Berg. Nach ca. 3 m verbreitert sich der Tunnel zu einer ca. 30 qm großen, aber im Durchschnitt nur 1,5 m hohen Halle. Von dieser verzweigen insgesamt 3 Gänge. 2 davon führen nur zu Öffnungen im Fels, an denen kein Weiterkommen ist, der 3. Gang windet sich in starken Kurven und verengt sich dabei sowohl in Höhe und Breite so stark, dass ein Erwachsener nur noch in der Hocke vorwärts kommt. In diesem Gang ist es stockdunkel, ohne die Taschenlampen der Kinder hätten wir ihn nicht erkunden können. Zu groß wäre die Gefahr gewesen, im Stockdunklen in ein Loch zu stürzen.

Nach ca. 10 m geht es dann über in den Fels geschlagene, steile und schräge Treppenstufen, die auch noch überhoch und schräg sind, ca. 4 m bergab. Hier streiken sämtliche Kinder, die Angst abzustürzen, die ja durchaus berechtigt war, war zu groß. Heike musste mühsam an ihnen vorbei, was im engen Tunnel sehr schwierig war, und die Kids mehr oder weniger die Treppe herunterhieven. Leider konnten wir die Situation nicht fotografieren, es war einfach zu dunkel. Außerdem musste Heike ja zunächst die Kamera und den schweren Rucksack nach unten bringen und dann wieder hochsteigen, um jedes Kind einzeln nach unten zu geleiten. In dieser Zeit wartete ich oben, bis die Treppe frei wurde.

Außer uns war übrigens niemand verrückt genug, diesen Weg zu nehmen, man kann das Ganze auch bequem über die Talsohle erreichen. Einige Reisende beobachteten unser Erscheinen aus dem Tunnel und trafen Anstalten, dies auch zu versuchen, aber niemand traute sich durch den Tunnel, aber wahrscheinlich hatte auch niemand eine Taschenlampe dabei.

Nach diesem Abenteuer war der Rest der Erkundung natürlich ein Kinderspiel. Der von unserem Reiseführer als Wunder der Natur gepriesene, nach unten wachsende Baum (Wurzeln an der Decke, Blätter unten) entpuppte sich als Busch, der sich am Rest des Kuppeldaches einer eingestürzten Kirche festklammert und ein bisschen nach unten wächst.

Nachdem wir auch noch das 3. Tal, die "Kirche mit dem Fisch", die "Kirche mit der Weinreben" und die Getreidemühle besichtigt haben, ist es 12.00 Uhr und die Mittagshitze macht sich bemerkbar. Wir beschließen weiter zu fahren in Richtung Hattuşa. Unterwegs legen wir in den Bergen an einem angenehm kühlen Gebirgsfluss eine Mittagsrast ein. Die ganze Familie badet, wenn auch unterschiedlich lang. Den Mädchen und Marc ist das Flusswasser zu kalt, sie sind das warme Swimmingpoolwasser gewöhnt. Fabian ist zu Recht sehr stolz darauf, dass es ihm gelingt, gegen die Strömung anzuschwimmen.

Abends erreichen wir Hattuşa wo wir am Brunnen zu Abend essen und uns für die Nacht einrichten. Die Kids balancieren auf dem Brunnenbecken, zuerst stürzt Marc hinein, wenig später erleidet sein Bruder das gleiche Schicksal. Auch dieses Wasser ist sehr kalt, so dass wir davon ausgehen, dass es bei beiden tatsächlich keine Absicht war, wie sie im Brunnenbecken sitzend und schreiend beteuern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 30.08.

Nach dem Frühstück starten wir mit der Besichtigung von Yasilikaya, welches berühmt für die eingemeißelten Abbildungen hethitischer Götter ist. Zunächst sind auf der einen Seite die weiblichen, auf der anderen die männlichen Götter eingemeißelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der anderen Kammer sind die Unterweltgötter zu sehen. Insgesamt lassen sich Götterdarstellungen immer an den spitzen Hüten erkennen. Kaum auf dem Parkplatz angekommen, werden wir von den Souvenirverkäufern überfallen, die uns Steinketten, geschnitzte Steine, nachgemachte Schrifttafeln und Tierfiguren etc. zum Kauf anbieten. Wir möchten davon nichts. Sie verlegen sich nach minutenlangen vergeblichen Versuchen darauf, uns ums Geldwechseln zu bitten. Sie sind alle im Besitz zahlreicher Euromünzen, die sie in Scheine wechseln wollen. Nachdem wir für insgesamt 30 € Kleingeld gegen Scheine gewechselt haben, verweigern wir die Annahme weiterer Münzen, da unsere Geldbeutel zum Platzen voll sind. Daraufhin müssen wir noch 2x 50 € in Scheinen in 50€-Scheine wechseln, bis sie endlich zufrieden sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir besichtigen die Ausgrabung und gehen zurück zum Womo. Während wir einsteigen wollen werden wir wieder von ca. 10 Händlern umringt, die ihre Waren in Händen halten und uns verkaufen wollen. Erstaunlich, wie die Preise purzeln. Aus anfänglich 15 TL werden zunächst 10 TL, dann 10 TL für 2, schließlich sogar 5 TL für 2 geschnitzte Steintafeln. Wir sind froh, als alle im Womo sitzen und wir nach Hattuşa fahren können, das wir in ca. 3 minütiger Fahrt erreichen.

 

Hattuşa ist so eine riesige Anlage, die aus einer Ober- und einer Unterstadt besteht, daß man in der Ausgrabung ca. 15 km mit dem Fahrzeug fährt und an den interessanten Stellen anhält und aussteigt. Teilweise ist die Straße so steil, das unser Womo sogar im 1. Gang heftig schnauft.

Am ersten Haltepunkt in der Unterstadt wundern wir uns über die zahlreichen Personen, die sich in der Ausgrabung aufhalten und sind froh, dass hier keine Stände aufdringlicher Souvenirverkäufer aufgebaut sind. Kaum haben wir die Ausgrabung betreten, werden wir von den ca.10 Personen verfolgt und umringt.

Plötzlich halten alle Waren in den Händen, wir sollen wieder Tierfiguren, Steintafeln und Ausgrabungsführer kaufen. Die Verkäufer sind so aufdringlich, dass die Kinder ängstlich werden und uns schon fast die Freude an der Besichtigung genommen wird. Ärgerlich wenden wir uns ab und werden zunächst nur noch von einer Person verfolgt. Diese gibt ungefragt Erklärungen zur Ausgrabung und ihrer Person ab. Er sei früher selbst bei der Ausgrabung beschäftigt gewesen und habe 3 Kinder, die aber schon erwachsen seien. Er sei "Beamter" und offiziell für die Bewachung vorgesehen. Sein Deutsch ist etwas eingeschränkt, aber weil er nett und weniger aufdringlich ist, lassen wir es zu, dass er sich zu unserem Führer aufschwingt. Nach seiner Führung zaubert er plötzlich unter einem Stein eine Plastiktüte hervor und aus dieser einen deutschsprachigen Ausgrabungsführer, den er uns verkaufen will. Wir lehnen mit der Begründung den Kauf ab, dass wir während des Besuches der Ausgrabung wegen der Kinder nicht die Ruhe hätten den umfangreichen Text zu lesen und daheim sicher niemand das Buch mehr lesen will. Außerdem steht in unserem Reiseführer recht viel drin. Heike hat sich extra das Buch "Hethiter - die unbekannt Weltmacht" besorgt und vollständig durchgelesen. So genau kann kein Führer die archäologischen Probleme beschreiben, wenn er auch nicht detailliert auf die Lage vor Ort eingeht, da er ja nicht (nur) als Reiseführer gedacht ist, sondern für die historisch interessierte Leserschaft. Unser Führer wirkt nicht überzeugt, lässt sich mit einem "Bakschisch" aber besänftigen.

Wir starten den Motor und sind froh, dass wir bei dieser Hitze den steilen Anstieg in die Oberstadt nicht selbst laufen müssen. An jedem Haltepunkt werden wir nun immer von mind. 2 Personen verfolgt, die uns Souvenirs verkaufen wollen und uns durch ihre Aufdringlichkeit die Freude an der Besichtigung nehmen. An einer Stelle wird uns sogar eine sehr echt aussehende mit Schriftzeichen versehene Tonscherbe angeboten. Wenn sie echt ist, wollen wir uns nicht am Kulturerbe vergehen und wenn sie gefälscht ist, wollen wir sie auch nicht.

Wir besichtigen Löwentor, Yekapi (einen unterirdischen Gang durch den ca 30 m dicken Stadtbefestigungswall), den "beschriebenen Felsen" und die Hieroglyphenkammer sowie die Oberstadt. Nach ca. 2,5stündiger Besichtigung ist es Mittag geworden und uns rinnt der Schweiß in Strömen, wir beschließen deshalb die Besichtigung nicht noch weiter zu intensivieren, obwohl die gesamte Anlage sehr interessant ist und Richtung Schwarzmeerküste zu fahren. Wir waren in der Ausgrabung während der gesamten Zeit unserer Besichtigung die einzigen ausländischen Touristen. Lediglich 4 PKW und ein Kleinbus mit Türken besichtigten die Anlage ebenfalls. Später sehen wir dann noch drei Rucksacktouristen zu Fuß (die haben was vor....).

Unterwegs machen wir am Fluss Kislimarik Mittagsrast und baden. Mit uns auch zahlreiche Türken. Der Fluss hat eine derartig starke Strömung, dass ich als Erwachsener mich kaum auf der Stelle halten kann. Die Kinder haben keine Chance der Strömung zu widerstehen. Wir vereinbaren deshalb, dass die Mädchen am Ufer jeweils ein Stück zurückgehen sollen und dann wieder zur Flussmitte schwimmen können, während ich mit den Jungs bade. Die Türken staunen nicht schlecht, als sie sehen, dass unsere Mädchen schwimmen können und im Fluss baden. An den Flüssen, Bächen und Seen baden nur Jungs und junge Männer. Wir haben auch im ganzen Urlaub kein einziges Mädchen auf einem Fahrrad gesehen.

Astrid wird von der Strömung abgetrieben, während ich mit den Jungs bade. Sie ruft deshalb laut nach mir, da sie möchte, dass ich zu ihr komme und sie wieder zur Flussmitte ziehe. Dazu müsste ich aber die Jungs loslassen, die sofort abgetrieben würden. Ich rufe ihr daher zu, sie solle am Ufer zurücklaufen.

Die Türken verstehen unsere geschrieene Unterhaltung nicht und denken Astrid sei in Gefahr. 10 türkische Buben rennen los um Astrid zu retten, was dieser nat. hochpeinlich ist. Sie verlässt daher stinksauer den Fluss.

Nach dieser Erfrischung fahren wir über durch die Hitze fast flüssigen Asphalt. Die Straße und die Luft sind wieder so heiß, dass unser Wasser abends im Wassertank brühwarm ist.

Bei einem kurzen Zwischenstopp hält neben uns ein Roller mit einem türkischen Bauern, der uns 3 Melonen schenkt. Sie sind so reif, dass sie aufgeplatzt und daher wohl nicht mehr verkäuflich sind. Ich biete dem Bauern trotzdem Geld an, was dieser jedoch absolut nicht nehmen will.

Die Nacht verbringen wir auf fast 2000 m Höhe im Ildaz-Nationalpark, der im Winter ein Ski- und im Sommer ein Wandergebiet ist. Hier oben weht so ein starker kühler Wind, dass unsere Nudeln beim Abendessen schneller kalt sind, als wir sie essen können und die Kids beim Abendbrot alle Pullis anziehen.

Abends überspielen wir noch die Bilder der Digitalkamera auf den Laptop und sehen die Nachrichten im Fernsehen.

 

Donnerstag, 31.08.

Nach wunderbar kühler Nacht spielt die ganze Familie auf Wunsch von Marc noch eine halbe Stunde Fußball, ehe wir in Richtung Schwarzmeerküste aufbrechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben uns dafür entschieden in Inebolu auf das Meer zu stoßen. Kaum erreichen wir die Küste gibt es eine Premiere für uns, es regnet.

Wir machen uns trotzdem auf die Suche, nach den vom Reiseführer versprochenen verschwiegenen Sandbuchten. Zunächst füllen wir aber an einem Brunnen noch unseren Wassertank. Der Brunnen hat so wenig Wasserdruck, dass es nahezu eine Stunde dauert bis 100 l Wasser in unseren Tank geflossen sind. Wir nutzen die Zeit und essen zu Mittag. Danach suchen wir die verschwiegenen Buchten, zu sehen sind sie von der Küstenstraße aus (von Inebolu nach Cide) schon, aber mangels Straßen nicht zu erreichen. Die Küstenstraße selbst ist schwierig zu befahren, sehr eng und teilweise aberwitzig steil.

Das ist die Küstenstraße, die einzige und wichtigste Verbindung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Höchstgeschwindigkeit pendelt sich bei 40 km/h im 2. Gang ein. Hier scheint ein bisschen die Zeit stehen geblieben zu sein, die Holzhäuser verfügen nicht über eine Wasserleitung, sondern über Tanks auf dem Dach. Die Straße ist in schlechtem baulichen Zustand, teilweise fehlt der Teerbelag ganz, an vielen Stellen ist Begegnungsverkehr nur möglich, wenn einer der Pkw in den Straßenrand rangiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teilweise haben Gewitterregen die Straße fast ganz weggespült, wie diese Moschee, die mal links und nun rechts von der Straße steht

 

Während der gesamten 90 km, die wir die Küstenstraße befahren, halten wir Ausschau nach einer Badebucht, vergeblich. In der Nähe von Side liegt das antike Gideros, bei dem laut unserem Reiseführer eine schöne Badebucht sein soll. Wir folgen einem rostigen Wegweiser eine schmale steile Betonstraße hinab, die sich in starken Kurven in die Bucht schraubt. Bereits nach 100m bereuen wir unsere Entscheidung dem Wegweiser gefolgt zu sein. Die Kurven sind an einigen Stellen so eng, dass wir sie nur gerade noch mit vollem Lenkeinschlag befahren können. Außerdem fragen wir uns, ob wir eine derart steile Straße wieder hochfahren können. Da es aber auch keine Möglichkeit zum Wenden gibt, fahren wir weiter. Nach 700m geht nichts mehr, der Weg geht in eine Treppe und nachfolgenden Fußweg über. Glücklicherweise verbreitert er sich an dieser Stelle auf knappe 8 m Breite, so dass wir hoffen wenden zu können. Ein Problem stellt dabei die starke Steigung der Straße von von 14-16 % dar. Heike steigt aus und weist mich ein, so gut es geht. Ich bin gezwungen mit Vollgas und stark schleifender Kupplung zurückzusetzen, da der Boden auch noch von Schlaglöchern übersät ist, ist das Fahrzeug schwer zu regieren. Es kommt, wie es kommen muss, wir touchieren mit der hinteren Ecke des Aufbaus das Blechdach einer niedrigen Autogarage. Nach 3maligem Vor- und Zurücksetzen stinkt es meterweit nach verbrannter Kupplung, aber wir haben die Wende geschafft. Nun steht aber noch die Rückfahrt über die steile Betonpiste an. Wir starten mit Vollgas im 1. Gang und fahren unter Dauerhupen bergan. ( Anhalten oder gar ein anderes Auto vorbeilassen wäre wegen der Schwierigkeiten beim Anfahren bzw. der Enge der Straße nahezu unmöglich.)

Alle sind heilfroh, als wir wieder auf der Küstenstraße sind. Wir suchen uns ein Plätzchen neben der Straße, unmittelbar am Meer, wo wir uns für die Nacht einrichten. Wie so oft ist leider auch dieser Platz eher eine Müllkippe, denn ein romantisches Plätzchen. Da es aber eh regnet und das Meer ca 1,5 m hohe Wellen hat, ist an Baden nicht zu denken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So essen wir zu Abend und spielen mit den Kindern "Hickhack in Gackelwack", später beratschlagen wir wie es morgen weiter gehen soll.

Der Schaden am Womo hält sich in Grenzen, lediglich die Kantenleiste hat eine leichte Delle abbekommen. Nichts ist undicht oder dramatisch. Nur ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem wir leben können. Hoffentlich hat der frische Seewind den Geruch verbrannter Kupplung, der immer noch aus dem Motor aufsteigt, bis morgen vertrieben

Freitag, 01.09.

In der Nacht und am nächsten Tag regnet es in Strömen. An Baden im Meer ist nicht zu denken. Das Wetter macht nicht den Eindruck, als werde es sich allzu bald ändern. Wir beschließen daher, die Schwarzmeerküste zu verlassen und unser Glück in der Nähe von Istanbul zu versuchen. Die Stadt selbst wollen wir natürlich auch noch sehen. Da es bei diesen Straßenverhältnissen kaum ratsam ist, bis Istanbul auf der Küstenstraße zu fahren, müssen wir ins Landesinnere zurück. Bis Bartin folgen wir der Küstenstraße noch, ehe wir Richtung Safranbolu abbiegen.  Das Befahren der Straße ist nicht ungefährlich. Stellenweise sind 180 - Grad Kurven, die ca. 15 % Steigung aufweisen. Die gesamte Straße und vor allem auch die Kurven sind übersät mit Rollkieseln, über deren Herkunft wir rätseln, außerdem ist sie zusätzlich durch den Regen rutschig. Unser Womo dreht in diesen Kurven auf den Kieseln teilweise trotz Heckantrieb durch. Ein paar Kurven schaffen wir statt im 2. nur im 1. Gang, sie sind zu steil. Erschwerend kommt der Fahrstil der türkischen Auto- und vor allem der LKW-Fahrer hinzu. Da der Teerbelag der Straße an vielen Stellen an den Fahrbahnrändern fehlt, wird Straßenmitte gefahren. Die LKW sausen um die Kurven und schneiden diese. Zu den Straßenverhältnissen und der Fahrweise kommt noch dazu, dass heute anscheinend der große Busreisetag ist. In jeder Ortschaft stehen mehrere Busse und Dolmuş, in die viele Menschen mit viel Gepäck einsteigen. Viele warten auch noch auf die Busse.

 

Die beschriebene Fahrweise fordert dann gelegentlich ihren Tribut.  Wir fahren noch vorsichtiger und erreichen in der Mittagszeit Bartin.

 

Nach der Mittagsrast starten wir nach Safranbolu. Diese Stadt ist für zweierlei berühmt, den Anbau und die Verarbeitung und den Handel von Safran und ihre alten Häuser. Sie wird als das "türkische Rothenburg ob der Tauber" bezeichnet. Die Preise sind allerdings ebenfalls berühmt, für 3 Stunden Parken bezahlen wir 7 TL (ungefähr 4,50 €). Es regnet in Strömen und wir besichtigen die Stadt in Regenmänteln. Trotzdem sind später alle Hosenbeine und Schuhe klatschnass. Safranbolu ist ein nettes Städtchen, mit vielen Moscheen, Brunnen, kleinen Handwerkergeschäften und Souvenirshops. Wir schauen dem Schmied bei geöffneter Tür bei der Arbeit zu und bestaunen die vielen kunstvollen Schmiedearbeiten. Später fällt uns die selbstgemachte Gießkanne auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir genügend Moscheen besichtigt und Eindrücke gewonnen haben, machen wir uns auf der Weiterfahrt in Richtung Istanbul auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als uns lieb ist. Praktisch alle Abfahrten von der Hauptstraße führen nach wenigen Metern zu Privathäusern oder zu Feldern und sind nicht befahrbar. Einige Ortschaften fahren wir ebenfalls an, können aber auch hier nichts finden. Schließlich geben wir auf und fragen an einer Tankstelle, ob wir hier übernachten dürfen. Dies wird uns ohne weiteres gestattet, wir sind froh darüber.

 

Beim Abendessen stellen wir fest, dass die schlechten Straßen ihren Tribut vom Womo fordern, die Vibrationen und Schlaglöcher haben den Abflusssiphon vom Spülbecken gelöst, das Wasser aus diesem ist nicht in den Abwassertank, sondern in die Besteckschublade gelaufen. Zum Glück hat diese einen Plastikeinsatz, so dass der Schaden sich in Grenzen hält. An unserem Kochtopf hat sich die Befestigungsschraube des Griffes gelöst, der Griff ist abgefallen und an der Badezimmertür hat das Verschlussplastik den Anforderungen nicht standgehalten. Seine Befestigungsschrauben haben sich ca. 1 cm weit aus dem Holz herausgearbeitet.

Zum Glück haben wir in diesem Jahr ein bisschen Werkzeug dabei und so bin ich erst mal 5 Minuten mit diversen Schraubenziehern beschäftigt, alles wieder festzuschrauben.

Am nächsten Morgen wird erst einmal gekuschelt, gut dass unser Bett nun so groß ist!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 02.09.

Es regnet immer noch in Strömen als wir nach Istanbul weiterfahren. Am frühen Nachmittag erreichen wir Istanbul. - Kein guter Zeitpunkt, es herrscht 8-spurig Stop-and -go Verkehr auf eigentlich nur 5 Spuren. Wir sind auf der Suche nach einem der Campingplätze, die unser Reiseführer angibt. Leider ist die Beschreibung schlecht und die Ausschilderung vor Ort nicht vorhanden. Nach 90 Minuten Stadtverkehr geben wir auf und fliehen erst mal wieder raus aus der Stadt. Auf dem nächstgelegenen Autobahnparkplatz machen wir 2 Stunden Pause, ehe wir zum 2. Anlauf nach Istanbul starten. Unsere Rechnung scheint aufzugehen, der Verkehr hat deutlich nachgelassen. Zunächst müssen wir tanken, an der Tankstelle steht gerade ein Taxi. Wir sprechen den Fahrer an, ob er einen Campingplatz kennt und uns vorausfahren kann. Leider spricht er kein Wort Englisch, aber die Zeichensprache und Gestikulieren machen es möglich. Er führt uns ca. 4 km durch den Stadtverkehr bis zum Campingplatz. Wir wollen die Fahrt bezahlen, aber er will dafür kein Geld und noch nicht einmal ein Bakschisch annehmen. Von insgesamt über 2 Stunden Istanbuler Stadtverkehr sind wir reichlich geschafft und froh endlich angekommen zu sein. Pro Nacht bezahlen wir 20 € inkl. Stromanschluss.

Abends spricht uns der "Campingplatztaxifahrer" auf Deutsch an, ob er uns morgen zu den Sehenswürdigkeiten fahren soll, das werden wir wohl annehmen.

 

Sonntag, 03.09.

Um 9.30 Uhr geht es mit dem "Campingplatztaxi" für 20 TL (einf. Fahrt) zur Hagia Sophia, die wir besichtigen. Zur Zeit ist ein Teil des Gebäudes durch ein Gerüst verstellt, um die beeindruckend hohe Kuppel zu stützen und zu retten. Wir fragen uns, wie es möglich war, in dieser Höhe die Mosaike anzubringen.

 

Daran schließt sich die Besichtigung der Blauen Moschee (Sultan-Ahmet-Moschee) an. Inzwischen ist sie wirklich kaum noch "blau" zu nennen, was sowieso schon immer völlig unpassend war. Aufgefallen sind uns drei Herren in Anzügen, die offensichtlich aus Arabien kommen, und von drei (oder mehr?) kräftigen jungen Herren in dunklen Anzügen und mit "Knopf im Ohr" ständig umringt werden (offensichtlich Leibwächter).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Nach der Moschee folgt eine kurze Pause und dann die Zisterne. Marc begeistern besonders die riesigen Karpfen, die hierin schwimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend gehen wir durch den Garten des Topkaki-Palastes. Nach kurzer Mittagsrast, beginnen wir die Besichtigung des Topkapipalastes, die uns bis 16.00 Uhr beschäftigt.

Auch dann haben wir noch immer nicht alles gesehen, aber Birgit hat Kopf- und Bauchweh und auch Heike fühlt sich nicht wohl. Die restliche Stunde bis zur Abfahrt unseres Taxis verbringen wir mit der Suche nach einer Bäckerei, da wir Brot benötigen. Leider finden wir nur Zuckerbäcker und auf mit Zucker bestäubte Brötchen u.ä. haben wir keine Lust. Als es um 17.00 Uhr zurück zum Womo geht, sind alle vom anstrengenden Tag erschöpft und freuen sich aufs Abendessen. Zusammengefasst lässt sich sicher sagen, dass Istanbul eine Reise wert ist und man bestimmt mehrere Tage bräuchte, um einigermaßen alles zu sehen (Anmerkung von Heike: das reicht bei Weitem nicht, selbst eine Woche reichte vor einigen Jahren nicht, um alles zu sehen). Aber leider ist es auch wahnsinnig touristisch, man kann sich kaum retten vor Souvenirständen, Führern und Verkäufern aller Art. Die Massen an Touristen, die sich überall durchwälzen, sind ebenfalls beachtlich.

Ach so, die Kinder hat besonders gestört, dass man für die Benutzung der Toiletten bezahlen musste und es sich dabei nur um Stehklos handelte, auf denen es noch nicht einmal Klopapier gab.- Wie man sich denken kann, haben wir mit 4 Kindern während insgesamt 7 Stunden reichlich "Kloerfahrungen" gesammelt.

Montag, 04.09.

Wir brechen auf an die Küste des Marmarameeres, unterwegs tätigen wir noch einige Einkäufe. Unser Reiseführer empfiehlt als Badeplatz den Ort Mürefte. Nachdem wir dort nach anstrengender Fahrt über holprige Straßen angekommen sind, breitet sich jedoch  Enttäuschung aus. Der Strand besteht aus großen Kieselsteinen und Bauschutt, gemischt mit allerlei Müll. Im Wasser befinden sich scharfkantige größere Steine und eine Menge, zum Glück ungiftiger Quallen. Die Kids baden trotzdem, einige Einheimische ebenfalls. Abends bleiben wir allein mit dem von den Badegästen zurück gelassenen Müll. Wir können es nicht verstehen, warum man seine Chips- und Keksverpackung sowie seine Coladose bzw. Plastikflasche einfach leer am Strand liegen lässt. - Ob das vor 20 oder 30 Jahren in D auch üblich war? Der ganze Strand ist vermüllt, ein Phänomen, das wir in der Türkei leider ständig beobachten müssen.

Abends beschließen wir, ab morgen unser Glück an griechischen Stränden zu versuchen.

Dienstag, 05.09.

Nach dem morgendlichen Bad im Meer fahren wir über die Grenze nach Griechenland. Die Ausreise ist wie die Einreise bürokratisch und langatmig, aber ansonsten problemlos. Nach der Grenze füllen wir unseren Dieseltank und freuen uns über den niedrigen Preis von genau 1 € pro Liter (Türkei etwa 1,54, D ca. 1,25 Euro). Danach folgen wir der Beschreibung unseres Reiseführers und suchen den Strand Eurasmio-Beach im Nestos-Delta auf. Lt. Reiseführer eine kleine Fläche, auf der ca. 3 Womos Platz finden. Allerdings muss dazu angemerkt werden, dass der Womo-Führer hier absichtlich immer sehr geringe Zahlen angibt. Wir finden jedoch eine Campingstadt, bestehend aus hunderten schrottreifer Wohnwagen, selbstgebauten Bauwagen, Zelten etc. vor. Es handelt sich offensichtlich um eine geduldete wilde Campinganlage. Die Wohnwagen haben fließendes Kaltwasser und die Besitzer sich festinstallierte Klohäuser, Duschen, Pergolen und vereinzelt sogar "Vorgärten" angelegt. Aber fast keiner ist da, die Wagen sind alle verlassen....

Der Strand ist allerdings sehr schön.

 

 

 

 

 

Die Wohnwagen stehen auf dem weichen Sand und wurden offensichtlich von Traktoren dahin bewegt. Wir finden schließlich eine Stelle, wo sich der Fahrweg etwas verbreitert um unser Womo abzustellen. Vom Fahrweg können wir nicht herunter, der Sand ist zu weich. Der Strand ist im übrigen traumhaft, weißer, feiner Sand und die Kids stürzen gleich ins Wasser. Leider kommen abends die Stechmücken angesirrt, die zahlreich überall herumliegenden Autanfläschchen hatten uns schon vorgewarnt. Die "lieben Tiere" sind unglaublich groß und durstig. Obwohl wir trotz der Hitze alle Türen und Fenster geschlossen haben haben bestimmt ein Dutzend zu uns hereingefunden, na dann gute Nacht...

 

Mittwoch, 06.09.

Den Tag verbringen wir faul am Strand, die Kinder fast die ganze Zeit im Wasser. Abends gibt es eine Enttäuschung für die Kids, die versprochenen Pfannkuchen können wir nicht backen, da wir kein Mehl haben. Unsere Freunde, Fam. Klumbach teilen per SMS mit, dass sie in den nächsten Tagen zu uns stoßen wollen. Eigentlich hatten wir letztes Jahr im gemeinsamen Schwedenurlaub geplant, die gesamte Türkeitour zusammen zu fahren, allerdings wurde bisher wegen leicht unterschiedlicher Reisedaten und der unterschiedlichen Vorstellungen, wie weit in die Türkei vorgestoßen werden soll, nichts daraus. Uns macht es nichts aus, im Urlaub relativ oft und viel zu fahren, wir nehmen das WohnMOBIL wörtlich. Bisher haben wir insgesamt rund 5500 km zurückgelegt. Fam. Klumbach ist das viele Fahren aber zu stressig. Michael Klumbach legt beruflich jedes Jahr viele zigtausend km zurück, wir schaffen gerade mal 7-10.000 (Urlaub ausgenommen).

 

Donnerstag, 07.09.

Unsere Wasser- und Milchvorräte bedürfen der Auffüllung, und natürlich brauchen wir Mehl. Wir brausen also am späten Vormittag nach Xanthi in den Lidl. Wir genießen es, "heimische" Produkte kaufen zu können, endlich gibt es wieder Frischmilch, Schokopuddings, Frischwurst etc. In der Türkei gab es diese Dinge nirgends zu kaufen. Frischmilch ist da nahezu unbekannt, stattdessen findet man H-Milch in den Kühlregalen, Frischwurst und Kuhmilchkäse gibt es nur selten. So ist es kein Wunder, dass wir an der Kasse 63 € als Summe hören bzw. sehen. Allerdings sind unsere deutschen Vorräte auch fast vollständig aufgebraucht. Für 6 Personen Lebensmittel für 4 Wochen mitzunehmen ist eben nicht möglich. Ein für unsere Kinder besonders wichtiges Lebensmittel geht demnächst aus und war auch im Lidl nicht zu kaufen: Haferflocken! Heike hatte 12 Pakete geschätzt, dabei hatten wir 16-18 nun ist jedoch nur noch eines übrig...das wird lange Gesichter beim Frühstück geben, obwohl wir in der Türkei schon einige Pakete nachkauften, allerdings zu Delikatessenpreisen, weshalb wir es nicht übertreiben wollten. Außerdem stellte sich später heraus, dass die Flocken körniger waren, als es unsere Kinder gewohnt sind und daher sie diese nicht essen wollten.

Auch Wasser tanken wir noch auf.

Nach dem Einkauf folgen wir einer anderen Empfehlung unseres Reiseführers zu einem einsamen Strand, dem Paralia Agiasmatos. Von einem auf einem Damm liegenden Schotterweg führen schmale Wege zu Parkplätzen in den Dünen. Leider sind die meisten dieser Wege wegen des losen Sandes "allradverdächtig". Wir wagen uns trotzdem einen hinab im Vertrauen auf unseren Heckantrieb und hoffen, dass wir hier auch ohne Hilfe eines Treckers wieder weg kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Astrid ist mit dem neuen Stellplatz unzufrieden, ihr hatte der letzte besser gefallen. Wir genießen jedoch die Einsamkeit am Strand und dass wir nicht auf 250 alte, ehemals deutsche Wohnwagen schauen müssen. Abends gibt es dann endlich die versprochenen Pfannkuchen.

Es stellt sich heraus, dass wir mit dem letzten Wasser Pech hatten, ich hatte es vor dem Eintanken nicht ausführlich genug probiert und so nicht bemerkt, dass es stark chlorhaltig ist. Der Sprudel ist kaum zu trinken und wir schütten den Colageschmack hinzu, den wir extra für solche Fälle dabei haben.

 

Freitag, 08.09.

Während wir gerade den Frühstückstisch decken, kommen unsere Freunde, Familie Klumbach, mit ihrem Womo angefahren. Michael ist Frühaufsteher und schon morgens um 6.00 Uhr losgefahren. Wie erwartet, befindet Michael die Abfahrt zu unserem Stellplatz als zu wenig tragfähig für seinen Fronttriebler. So ziehen wir um zum Wendehammer des kleinen Schotterweges, der einen befestigten Untergrund bietet. Unser Hecktriebler schafft den Anstieg zur Schotterstraße wider Befürchten problemlos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kinder verstehen sich sofort super miteinander und beginnen den Sandhügel zu erobern und auf dessen Spitze mit Stöcken eine Burg zu bauen.

Nach der Gefangennahme sämtlicher Erwachsener (mit Ausnahme von Michael, der ist von seiner Brotkauffahrradtour zu erschöpft) stürzen sich alle ins Wasser. Der Tag vergeht für die Kinder mit gemeinsamen Spielen, für die Erwachsenen mit dem Bericht ihrer Urlaubserlebnisse wie im Fluge. Birgit findet am Strand noch ein Riesenschneckenhaus, das nat. mit nach Deutschland muss. Es ist relativ dünnwandig, und wir hoffen es trotzdem heil nach Hause zu bekommen.

Abends sehen wir noch die Nachrichten gemeinsam (wir sind wieder im Footprint von Astra).

Die Kinder sind so glücklich miteinander, dass alle gemeinsam in unserem Womo schlafen möchten, was aber leider aus Platzgründen nicht geht. So gibt es einige Tränen bei unseren Kindern, als unsere Ablehnung dieses Wunsches feststeht.

Der Stellplatz bietet noch eine interessante Fischfangmethode. Hinter dem auf einem Damm gelegenen Schotterweg liegt eine große Lagune, die vom Meer bei Ebbe und Flut ent- bzw. bewässert wird. Der schmale Zufluss wird durch ein Gitter abgeteilt. Offensichtlich schwimmen die Meeresfische bei Flut und geöffnetem Gitter in die Lagune, bei Ebbe werden sie an deren Verlassen durch herabgesenkte Gitter gehindert. Haben sich genügend Fische angesammelt, wird die Lagune abgefischt. Es war beeindruckend bei ablaufendem Wasser die Masse der Fische vor dem Gitter zu sehen, die die Lagune verlassen wollte und durch das Gitter gehindert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 09.09.

Nach dem Frühstück starten wir in Richtung Peloponnes. Wir brausen über Schnellstraßen und Autobahn und erreichen nach diversen Zwischenstopps (Einkaufen, Tanken, Mittagsrast) gegen 17.00 Uhr die Thermopylen. Begeistert stürzen wir uns zusammen mit Familie Klumbach ins ca. 40 Grad heiße Wasser. Wir beschließen, heute hier zu übernachten und morgen weiter zu fahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 10.09.

Nach unangenehm schwüler Nacht starten wir nach dem Frühstück Richtung Killini-Beach (ca 90 km nach Patras, bei Kastro). So kommen wir auch über die neue Brücke zwischen Andirio und Rio.

Unterwegs machen wir einen Zwischenstopp bei "Niko" in Killini, der dort ein Restaurant betreibt und mit dem Klumbachs befreundet sind. Dort füllen wir unseren Wassertank und haben endlich mal wieder chlorfreies Wasser.

Wunderschön blühen die Bananenstauden bei Nico.

Marc hält hier eine der Knospen in der Hand, die abgefallen am Boden lagen.

 

 

 

 

 

Der Stellplatz wird von ca. 20 Wohnmobilen bevölkert, was nach Michaels Angaben eine Steigerung von ca. 100 % zu den vergangenen Jahren darstellt. Der Strand ist flacher Sandstrand und begeistert die Kinder sofort. Gegen Abend spielen die Kids in den Dünen und können es kaum erwarten, bis endlich das Zelt aufgebaut ist, in dem sie heute Nacht schlafen möchten. Unsere Jungs passen leider nicht mehr mit rein, da das Zelt mit 4 Kindern schon voll belegt ist, was zu Tränen führt.

 

Montag, 11.09.

Heute ist ein großer Tag für unsere Jungs, sie haben Geburtstag und werden 5 Jahre alt. Als Geschenke gibt es ein Taschenmesser und ein Fußball-T-Shirt. Die anderen Geschenke warten zu Hause. Nachmittags gibt es als Überraschung einen Gugelhupf, den wir jetzt über 6000 km transportiert haben, und Kaffe. Birgit spielt mit ihrer Flöte ein Geburtstagsständchen.

Wir verbringen einen schönen faulen Tag am Strand, abends essen wir zusammen mit Klumbachs bei Niko im Restaurant zu Abend. Nachts schlafen Astrid, Jens und unsere Buben im Zelt. Birgit und Julia schlafen bei Klumbachs im Womo. So müssen wir abends keine Betten bauen, sondern können im Alkoven schlafen - welch Luxus.

Dienstag, 12.09

Unser Stellplatznachbar aus Österreich fährt einen Chausson, also die Schwestermarke zu unserem Womo. Seine hintere Stoßstange besteht nur noch aus Bruchstücken. Er erzählt, das er beim Verlassen der Fähre einen Unfall hatte, das Womo vor ihm hielt an, er ebenfalls, aber sein Nachfolger schob ihn auf den Vordermann. Bei genauerem Hinsehen ist der Schaden beträchtlicher. Der Fahrradheckträger wurde durch die Rückwand gedrückt, die Stauklappe an der Seitenwand klemmt und auch vorne ist der Schaden nicht unerheblich. Kein schöner Anfang für einen Urlaub. Hoffentlich bleiben wir von Unfällen verschont !Michael stellt fest, dass sich bei seiner Markise ein Befestigungsteil gelöst und das Tuch beschädigt hat. Gemeinsam befestigen wir den Arm der Markise wieder, das Tuch bleibt allerdings nun beschädigt. Die türkischen Straßen fordern halt ihren Tribut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klumbachs Hund hat den Tisch aus seiner Verankerung gerissen, Michael repariert auch hier.

Es ist geschafft..

 

 

 

 

Mittwoch, 13.09.

Heute ist unser letzter "richtiger" Tag, morgen geht es schon auf die Fähre. Bis mittags ist es bedecktes Wetter, die Kinder spielen und malen in den Womos. Am Nachmittag reißt der Himmel auf und wir überschreiten wieder wie gewohnt die 30 Grad-Marke. Michael fährt mit dem Fahrrad zum Einkaufen, abends grillen wir zusammen.

 

Donnerstag, 14.09.

Wir räumen unsere Sachen zusammen und starten nach dem Mittagessen nach Patras (ca. 80 km). In Patras tanken wir nochmals voll (den Liter Diesel für knapp 93 Cent) und tanken Wasser. Um 18.00 Uhr legt die Fähre pünktlich ab. Klumbachs stehen direkt hinter uns auf der Fähre und wir trinken abends gemeinsam die letzte Flasche Wein.

Das Womo gerät an Bord in ungewöhnliche Wippschwankungen, wir rätseln darüber, ob es Resonanzen der Schiffsschraube sind oder welche Ursache es hat. Die See scheint uns ruhig zu sein, wenn auch die LKW an Bord im Gegensatz zur Hinfahrt angelascht wurden.

Zum ersten Mal probieren wir unsere Stützen aus, in der Hoffnung so die Wippbewegungen zu verringern. Dabei stellen wir fest, dass diese auf ebenem Boden nur gerade eben lang genug ausgefahren werden können, - was wäre wohl, wenn der Boden einmal leicht abschüssig wäre? Also wieder einmal eine Sparkonstruktion der Womohersteller. Hoffen wir, dass wir eine ruhige Nacht verbringen können...

Freitag, 15.09.

Leider war die Nacht durch die Wippbewegungen des Womo und die Unruhe der Fährennachbarn wenig erholsam. Da wir wieder mal in 4. Reihe standen, wehte auch kein Lüftchen zu uns, so daß es im Womo trotz geöffneter Fenster unerträglich schwül und heiß war. Ungeduldig warten alle, bis das Boot Ancona erreicht. Pünktlich um 15.00 Uhr Ortszeit (dt. Zeit) sind wir schon von Bord und kämpfen uns durch den Stadtverkehr von Ancona in Richtung Autobahn. Auf der Autobahn müssen wir viele Staus, vor allem vor den Mautstellen ertragen. Wir fahren zunächst bis 19.00 Uhr, dann gibt es Abendessen. Danach tanken wir und fahren bis ca. 2.00 Uhr nachts weiter, dann werde ich zu müde und wir übernachten auf einem Parkplatz.

Samstag, 16.09.

Nach kurzer Nacht geht es weiter, ca. 40 km trennen uns von der deutschen Grenze. Gegen 11.00 Uhr erreichen wir Karlsruhe, wo wir einkaufen, und gegen 14.30 Uhr sind wir wieder in Stutensee. Insgesamt sind wir 7324 km gefahren.

Sonntag, 17.10.2006 Resümee

Es war ein toller und interessanter Urlaub. Die Türken sind uns als freundliche und offene Menschen begegnet, die allerdings auch immer auf der Suche nach einem "Geschäft" sind. Die Türkei ist als Reiseland beeindruckend und bietet viele interessante Natureindrücke, die Straßen sind besser als befürchtet, allerdings fordern sie ein Wohnmobil doch gewaltig. An den Fahrstil der Türken muss man sich anpassen: Rotlicht nur eine Empfehlung zu halten, Einbahnstraße heißt nur Gegenverkehr soll besonders aufpassen, Geschwindigkeitsbeschränkungen sind nicht ernst gemeint, und und...Wenn man mit wachen Sinnen und besser nur bei Tageslicht (nachts sind unbeleuchtete Fahrzeuge unterwegs) fährt, ist es aber machbar.

Wir werden sicher nochmal wiederkommen, wegen der hohen Fährpreise jedoch erst in einigen Jahren.

Mit einem nagelneuen Wohnmobil sollte man u.E. besser nicht in die Türkei fahren, die unvermeidbaren Steinschläge, Schlaglöcher etc hinterlassen ihre Spuren und das tut bei einem neuen Fahrzeug sicher doppelt weh.

 

 

 

An Ostern waren wir in Hamburg (Miniaturwunderland, ein bisschen Sightseeing).

Hamburg an Ostern 2006

Leider hatten wir nur wenig Zeit über Ostern 2006. Am Abend des Gründonnerstags (13.4.2006) sind wir in Stutensee gestartet Richtung Hamburg. Bis kurz hinter Frankfurt am Main hatten wir richtig Glück und kamen gut voran, aber dann holten uns die üblichen Osterstaus doch noch ein.... Nach einer Übernachtung kamen wir am Freitagmittag in Hamburg an. Trotz der vielen Baustellen und Straßensperrungen fanden wir den vorher schon ausgesuchten Wohnmobilstellplatz von Herrn Paulmann in der Speicherstadt. Von diesem waren wir jedoch enttäuscht. Ein reiner Großparkplatz der neben den Wohnmobilen auch von LKW, den Bussen der Stadtrundfahrt, Pkw etc. genutzt wird. Die "Sanistation" war zwar umsonst, aber ein Musterbeispiel einer Planung, wie man es nicht machen sollte. Von WOMOs größer als VW-Bussen kann sie nicht angefahren werden, ein Bodenauslass für's Abwasser fehlt ebenfalls. Den Preis von 15 EUR pro Nacht fanden wir ebenfalls heftig und haben ihn nur akzeptiert, weil wir unbedingt ins Miniaturwunderland wollten.

Am Samstagmorgen wurden wir bereits um 4.30 Uhr von 45 min lang rangierenden LKW geweckt, deren 3 Fahrer sich bei dröhnendem Dieselmotor lautstark Kommandos zuriefen bzw. unterhielten.

Ein - nach unserer Meinung der einzige Vorteil - ist jedoch die Nähe zur Innenstadt. In 15 Minuten waren wir zum Miniaturwunderland gelaufen.

Mit viel Glück ergatterten wir auf dem vollen Platz auch noch ein Plätzchen für unser Mobil. Am Nachmittag schlenderten wir ein wenig durch die Speicher- und die Hafenstadt und schauten den Schiffen zu.

Für den nächsten Morgen hatten wir gleich die 1. Führung hinter die Kulissen im Miniaturwunderland gebucht. Da nur 6 Personen an einer Führung teilnehmen können, waren wir die einzigen Besucher, die sich um 9.15 Uhr für 1 Stunde hinter den Kulissen aufhalten durften. Bereits vorher hatten wir schon die ersten Blicke auf die Landschaften geworfen....

 

Das blieb uns  bei der Anfahrt zum Glück erspart.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Szene aus dem Miniaturwunderland

 

 

Was fotografieren die echten Wohnmobilisten???

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der "Stellplatz" im Miniaturwunderland

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier könnte man es sicher auch in "echt" einen Tag lang aushalten.. Das ist doch besser als ein Brand im Schloss...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Führung waren wir sehr enttäuscht. Man erfährt oder sieht eigentlich nichts, was man nicht auch als "normaler" Besucher wahrnimmt, mit einer Ausnahme, der automatischen Ladestation für die Modellautos:

Wenn der Computer merkt, dass ein Auto langsamer fährt, schickt er es zur automatischen Ladestation. Dort stoppt es, Metallplatten pressen sich gegen die Metallaussenspiegel, über die die Akkus aufgeladen werden. Wenn diese voll sind, öffnen sich die Metallplatten wieder und das Auto fährt erneut auf die Anlage.

 

 

 

Unser Führer war eine Katastrophe, er leierte seinen auswendig gelernten Text herunter und reagierte auf Zwischenfragen genervt, da diese ihn aus dem Konzept brachten. Auch Kinder schienen ihn nur zu stören. Unser Tip daher: spart euch die Führung und geht von dem gesparten Geld lieber gut essen.

Das Miniaturwunderland ist sicher ein Erlebnis, vor allem der vielen liebevoll gestalteten Alltagsszenen wegen, allerdings fehlt einem wegen des Riesenbesucherandranges die Muße, diese zu betrachten, man wird dauernd geschubst, geknufft,...

Nach 4 Stunden im Miniaturwunderland schlenderten wir noch durch die Stadt, zumal wir noch einige Einkäufe erledigen mussten.

Abends machten unsere Kids noch eine "Nachtwanderung" über den Stellplatz mit Taschenlampen. Gernot machte einen Ausflug zur Reeperbahn, um auch diese touristischen Attraktion nicht auszulassen. Prompt wurde er von den Damen angesprochen, ja geradezu verfolgt. Im Pulk von 2-3 gleichzeitig vertraten sie mir den Weg und suchten mich dazu zu überreden "mitzugehen". Es war unmöglich ihnen zu entgehen. Ich dachte, wenn ich darauf hinweise, dass ich auf dem Weg zu meiner Ehefrau sei, würden sie mich in Ruhe lassen, aber weit gefehlt. Ihr Kommentar dazu: "die braucht ja nicht alles zu wissen". Da habe ich mal lieber schnell die Straßenseite gewechselt, da mir diese Unterhaltungen dann zu anstrengend wurden. Heike hatte auch hier wieder die Patentlösung, sie meinte ich hätte statt mich vor den Damen zu rechtfertigen nur behaupten sollen, ich hätte meinen Geldbeutel verloren und sei auf der Suche danach...:-))

Vom Stellplatz zur Reeperbahn sind es ca. 45 min zu Fuß.

 

Am nächsten Morgen regnete es in Bindfäden, also richtiges "Schietwetter". Daraufhin beschlossen wir zum Tierpark Hagenbeck zu fahren.

Diesen besichtigten wir dann auch ausgiebig.

Den Eintritt von 56 Eur fanden wir allerdings sehr heftig.

 

Am besten gefielen unseren Kindern die Affen, vor allem der allerkleinste, ein erst 6 Wochen altes Affenbaby. Fabian wollte es unbedingt mit nach hause nehmen.

 

Unglaublich wiiiee lang so ein Rüssel werden kann..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Faszinierend fanden wir, wie die Besucher die Tiere fütterten, dieser Elefant freute sich über einen Apfel

 

Nachdem alle genügend nass und von den schlammigen Wegen im Tierpark ausreichend eingesaut waren, ging es zurück zum Wohnmobil. Nach dem Mittagessen machten wir uns daran, das erste Stück unserer Heimfahrt in Angriff zu nehmen. Im strömenden Regen ging es staufrei bis ca 60 km vor Frankfurt/Main wo wir in Butzbach vor der Berufschule wunderbar ruhig übernachteten.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Hause, unterwegs machten wir aber noch einen Abstecher zur Grube Messel. Dies ist eine berühmte Fossilienfundstelle die sich dadurch auszeichnet, dass die Fossilien wunderbar detailgetreu erhalten sind. So gilt es in Wissenschaftskreisen als Sensation, dass bei den gefundenen Urpferdchen auch der Mageninhalt erhalten ist. Hier könnt Ihr eine Animation zur Entstehung der Grube sehen.(Um zu unseren Seiten zurück zu kommen, benutzt bitte die "zurück"-Funktion eures Browsers)

 

 

 

Die Grube Messel von der Aussichtsplattform aus, ca 70 m tief ist der Ölschiefer bereits abgebaut. Der runde Turm ist eine Pumpstation, die verhindert, dass die Grube voll Wasser läuft.

 

 

 

 

Die Grube ist nur mit Führung zugänglich (ca. 30 Eur für uns). Unsere Führerin führte mit grosser Begeisterung und Engagement und ging sehr gut auf die anwesenden Kinder ein, so dass die Führung zum Highlight unseres Osterurlaubes wurde. So fragten die Kinder als die Führung beendet war, warum es so schnell vorbei war (Führungsdauer 1 h). Interessant war es für die Kinder auch, als alle Besucher aufgefordert wurden, mal in den Ölschiefer reinzubeißen. - Kein Scherz! sondern geologische Untersuchungsmethode um die Feinkörnigkeit des Ölschiefers zu bestimmen. Geschmacklich nat. kein Erlebnis - neutral bis leicht ölig schmeckend.

 

 

 

Hier seht Ihr eine Grabungsstätte, was aussieht wie Blätterteig ist der Ölschiefer

 

 

 

 

Einen Besuch dieser Grube können wir nur empfehlen. Wir werden evtl. dort nochmals hinfahren und dann vorher eine Kinder- oder Familienführung buchen, in dieser Grube kann man sicher noch vieles entdecken und die Museen mit den Funden sind ja auch noch da.

Nach dem Mittagessen im Wohnmobil starteten wir dann endgültig nach Hause, wo wir gegen 17.00 Uhr wieder ankamen. Wie immer war der Urlaub viel zu kurz.:-((

 

Irgendwie hatten wir in diesem Frühjahr viel Pech mit dem Wetter. Am 29./30. April waren wir in der Pfalz, ebenso am Himmelfahrtswochenende. Das Pfingstwochenende verbrachten wir dann im Elsass.